Von Prof. Josephina Schindhold

© 2009 Eulenfeder Verlag GmbH & Co. KG

Eulenfeder Verlag, Bremen

2. Auflage September 2009

 

I. Einleitung

„Die Dunklen Künste sind zahlreich, vielseitig, einem inständigem Wandel begriffen und unvergänglich. Der Kampf gegen sie ist wie der Kampf gegen ein vielköpfiges Ungeheuer, dem jedes Mal, wenn ihm ein Hals durchschlagen wird, ein weiterer Kopf nachwächst – noch wilder und gerissener als der alte. Wer sich gegen dunkle Magie stellt, kämpft gegen das Unberechenbare, das sich Wandelnde, das Unzerstörbare. Die Verteidigung muss daher so flexibel und erfinderisch sein wie die Künste, die es zu zerstören gilt.“

Severus Snape

Dies sind die berühmten Worte von Severus Snape, die er einst an seine Schüler an der Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberei weitergab. Worte eines langjährigen Spions für die lichte Seite und tragischen Helds in dem Kampf, der bekanntermaßen 1998 zur Zerstörung von Tom Riddle – besser bekannt als Lord Voldemort, einem dunklen Magier erster Güte – geführt hat. Diese Aussage macht deutlich, wie gefährlich die Dunklen Künste an sich sind. Der Kampf gegen sie ist ein zweischneidiges Schwert, denn um sich effektiv verteidigen zu können, bedarf es der genauen Betrachtung schwarzer Magie, wobei das richtige Maß immer an erster Stelle stehen sollte. Denn wer sich zu sehr mit der dunklen Magie beschäftigt, läuft Gefahr sich in ihr zu verlieren.  Aber dazu kommen wir noch einmal genauer in Kapitel III.

Dieses Buch ist denen gewidmet, die sich dem Einfluss von schwarzer Magie entziehen wollen. Die sich – wie Severus Snape – der Aufgabe stellen, gegen dunkle Magie zu kämpfen, um sie zu ersticken und die Welt zu einem besseren Ort für uns alle zu machen. Aber auch denen, die sich sicherer fühlen möchten in einer Welt, die nicht ganz ungefährlich ist, sei das Weiterlesen empfohlen.

Im Folgenden werden Werkzeuge vorgestellt, mit denen die eigene Person oder auch andere beschützt werden können. Dies gilt nicht nur für Zauberer-Duelle, sondern auch für die psychische Unversehrtheit als auch für das eigene Grundstück. Im dritten Kapitel betrachten wir schließlich die andere Seite – man könnte auch sagen, dass es sich um die Werkzeuge der dunklen Seite handelt.

II. Werkzeuge

II-a: Defensive Zaubersprüche

Expelliarmus

Der Entwaffnungszauber Expelliarmus wird mit einer Bewegung ausgeführt, die dem Auswerfen einer Angel ähnelt: Während der ersten drei Silben (EX-pel-li)[1] wird möglichst genau auf den gegnerischen Zauberstab gezielt und der Zauberstabarm bei den letzten beiden Silben (AR-mus) in einer kraftvoll ausgeführten Bewegung nach hinten über den Kopf geschwungen (wobei darauf zu achten ist, dass niemand direkt hinter einem steht).

Der Gegner sollte nach einem korrekt ausgeführten Angriff durch den Expelliarmus seinen Zauberstab verlieren. Viele Zauberer sind ohne ihren Stab recht wehrlos, weil sie ohne ihn nie zu kämpfen gelernt haben oder es als zu muggelähnlich ablehnen.

An dieser Stelle muss betont werden, dass auch nach dem Entwaffnen des Gegners gilt: Immer Wachsam! Denn es gibt auch unter Magiern und Hexen Ausnahmefälle, die sich ohne einen Stab zu wehren wissen, sei es auf magische oder nichtmagische Weise.

Ein weiterer Grund, sich nicht allein auf einen Entwaffnungszauber zu verlassen, sind die seitens des Zaubereiministeriums gemeldeten steigenden Zahlen der illegal geführten Zweitstäbe. Diese Zweitstäbe sind meist nicht registriert, da das Zaubereiministerium diese aus bürokratischen und sicherheitstechnischen Gründen ablehnt. Wer also glaubt, einen Magier oder eine Hexe entwaffnen zu haben, der kann sich nie ganz sicher sein, dass es nicht noch mehr Waffen gibt, die Gefahrenpotential bedeuten.

Refugus

Der Boomerangzauber Refugus wird durch ein kräftiges Entgegenhalten des Zauberstabes produziert. Rechtzeitig eingesetzt und mit der richtigen Betonung gesprochen (re-FU-gus) kann damit ein gegnerischer Zauber zurückgeschlagen und mit etwas Geschick auf den Angreifer selbst gelenkt werden.

Mit der Komplexität des Angriffszaubers steigt auch der Schwierigkeitsgrad für eine exakte Lenkung des abzuwehrenden Zaubers. Vor allem etwas unerfahrene Zauberer und Hexen sollten eingehend trainieren, damit sie bei dem Einsatz des Boomerangzaubers nicht aus Versehen einen Unbeteiligten treffen. In einem Duell, in dem dunkle Angriffe zu erwarten sind, könnte dies fatale Folgen haben.

Protego

Das Schildzauber Protego errichtet eine maische Barriere, an der die meisten Zauber abprallen. Der Stab wird hierfür mit der Spitze nach oben in eine fast senkrechte Position gehalten. Als wenn eine Hand zum Stopp-Zeichen ausgestreckt wird.

Je stärker diese schützende Wand visualisiert wird, desto besser ist die Wirkung des Zaubers.

Die Abwehr von Zaubern ist nicht die einzige Verwendungsmöglichkeit des Protego. Er kann auch dazu benutzt werden, zwei Menschen voneinander zu trennen. Stellen wir uns zum Beispiel einen pysischen Angriff vor, bei dem jemand mit einem Messer angreift. Mit einem starken Protego kann er nicht weiter als einen knappen Meter heran und der Angriff ist vereitelt.

Avexi

Der Avexi ist ein sehr nützlicher Zauber, mit dem Gegenstände abgewehrt werden. Der Stab wird hierbei auf den abzuwehrenden Gegenstand gerichtet. Der erwünschte Effekt wird vor allem dann eintreten, wenn die Betonung richtig ist (a-VEX-i).

Auch beschworene Dinge – wobei es sich auch um lebende Objekte handeln kann – können mit Avexi geblockt werden.

Zauber können nicht mit diesem Spruch abgewehrt werden, hierfür ist der Refugus oder Protego einzusetzen!

 

Expecto Patronum

Dieser Zauberspruch ist einer der schwersten defensiven Zauber, die wir kennen. Aber wer ihn meistert, kann ihn vielfältig zur Verteidigung und für andere Aufgaben einsetzen.

Er wird mit Hilfe von glücklichen Erinnerungen erschaffen. Diese hellen Gedanken verdichten sich, bis sie eine silbrig hellscheinende Kraft beschwören.

In schwacher Ausprägung ist dies ein silbriger Nebel, der aus der Stabspitze fließt und den Zaubernden schützend umhüllt.

Die Meisterschaft des Patronus besteht in einer gestaltlichen Ausprägung. Hier wird ein Schutzgeist beschworen, der in Tiergestalt auftritt. Diese Tiergestalt korreliert mit der hervorstechendsten Charaktereigenschaft des Zaubernden. Ähnlich wie ein Geist ist der gestaltliche Patronus von silbriger, durchscheinender Erscheinung und kann sich durch Wände und Hindernisse hindurch bewegen.

Der Patronus schützt vor Kreaturen der Dunkelheit. Vor allem gegen Dementoren ist ihre Anwendung empfehlenswert, denn ihr blendend helles Licht vertreibt diese schrecklichen Monster. Da Dementoren auf düstere, traurige und verzweifelnde Gedanken eingestimmt sind, ist ihnen der Patronus ein Greul und sie fliehen vor ihm. Der Patronus kann von Dementoren nicht angegriffen werden, denn er kennt keine Verzweiflung.

Im Angesicht eines Dementorenangriffs einen Patronus-Zauber zu wirken, ist eine wahre Herausforderung, denn die Gegenwart dieser dunklen Kreaturen macht es außerordentlich schwer, einen glücklichen Gedanken zu fassen.

Fidelius-Zauber

Der Fidelius verbirgt ein Geheimnis auf magische Weise in der Seele desjenigen, der den Zauber wirkt. Solange dieser so genannte Geheimniswahrer nichts preisgibt, ist es unmöglich, die so geschützte Tatsache zu entdecken.

Die Gefahr für den Geheimniswahrer besteht darin, dass er dazu gezwungen werden kann die Wahrheit zu sagen. Begabte Legilimentiker könnten an die entsprechende Information gelangen oder es könnte ihm eine Dosis Veritaserum verabreicht werden. Es liegt also nicht nur in der Verantwortung eines Geheimniswahrers sein Wissen für sich zu behalten – er muss darüber hinaus entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen, um Angriffe auf seinen Geist oder auch durch Veritaserum zu vereiteln.

Von äußerster Wichtigkeit ist zudem die Wahl einer vertrauenswürdigen Person. Die meisten Zauberer oder Hexen wählen sich selbst aus, um ihr eigenes Geheimnis sicher in ihrer Seele zu verbergen. Doch sobald nicht mehr sichergestellt werden kann, dass man selbst die nötigen Schutzmaßnahmen generieren kann (siehe oben), sollte eine bei der Wahl des Geheimniswahrers sehr große Sorgfalt an den Tag gelegt werden.

Ein besonders tragisches Beispiel für die Vernachlässigung dieser Regel ist weithin bekannt. Es handelt sich hierbei um die Familie Potter, die fast vollständig ausgelöscht wurde, weil eine nicht ausreichend vertrauenswürdige, geschweige denn talentierte Person als Geheimniswahrer ausersehen wurde.

 

II-b: Zaubertränke der Verteidigung

Die Zubereitung von Zaubertränken ist eine schwierige Wissenschaft. Die Zutaten müssen genauestens studiert werden, die Zubereitung kann durch falsches Dosieren zum lebensgefährlichen Unterfangen werden und zudem ist die Beschaffung exotischer Zutaten keine geringe Leistung.

Wer sich also für Zaubertränke entscheidet, um sich und andere gegen Dunkle Magie zu schützen, sollte der Ausbildung in diesem Fach höchste Aufmerksamkeit widmen oder seinen Zaubertrankmeister des Vertrauens beauftragen. Letzteres kann recht kostspielig werden, aber die eigene Sicherheit ist schließlich unbezahlbar.

Es gibt zahlreiche Tränke, die uns einen guten Dienst erweisen in der Begegnung mit Dunkler Magie oder deren Nachwirkungen. Hier seien nur einige genannt, die sich in der Praxis schon oft bewährt haben.[2]

Schutz gegen Feuer

Der Feuertrank, der unter anderem aus geröstetem Feuersalamanderaugen und pulverisiertem Eisbärfell hergestellt wird, schützt vor den Auswirkungen extremer Hitze. Beim Einnehmen erkennt man diesen Trank eindeutig an der eisigen Kälte, die die Speiseröhre hinab steigt und sich vom Magen bis in die Fuß- und Fingerspitzen ausbreitet.

Geschichtlich hat der Feuertrank eine herausragende Bedeutung erlang zur Zeit der Hexenverbrennungen im späten Mittelalter.

Die Gefahr bei der Einnahme ist allerdings, dass die Wirkung nur etwa 30 Minuten anhält. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko einer Lungenentzündung und zwar dann, wenn die erwartete Hitze ausbleibt.

Trank aus Alraunen

Ein Trank aus Alraunen bringt verwandelte Menschen wieder zurück in ihre ursprüngliche Form. Deshalb ist der Saft einer Alraune auch ein wichtiger Bestandteil des Wolfsbanntranks.[3] Der Umgang mit dieser Pflanze sollte speziell ausgebildeten Zauberern überlassen werden, da die Pflege und vor allem die Verarbeitung hohe Gefahren bergen.

Der Alraunentrank kann bei einer Verwandlung in ein Tier ebenso eingesetzt werden wie zum Beispiel bei einer Versteinerung oder der metallenen Verwandlung. Bei letzteren ist darauf zu achten, dass nicht zu viel Zeit vergeht, bis die Rückverwandlung in Angriff genommen wird. Denn dadurch besteht die Gefahr, dass auch bei Verwendung des Alraunentranks noch Reste der vorigen Form übrig bleiben.

Hilfreiches gegen Gifte

Wenn ein Verdacht auf Vergiftung vorliegt, ist es immer von Vorteil einen Bezoar zur Hand zu haben. Dieser Stein aus dem Magen einer Ziege wird dem Vergifteten in die Mundhöhle gegeben – dabei ist zu darauf zu achten, dass er nicht daran erstickt. Durch den Bezoar wird das Gift im Körper des Opfers absorbiert und neutralisiert.

Zumindest gegen die meisten bekannten Gifte wirkt ein Bezoar. Bei den wenigen Ausnahmen, die es gibt[4], sollte schnellstmöglich ein kompetenter Heiler aufgesucht werden.  

II-c: Sonstiges

Abgesehen von physischen Ausweichmöglichkeiten bilden Zaubersprüche eine aktive Verteidigungsmöglichkeit. Doch es gibt ebenso indirekte Wege sich dem Einfluss von dunklen Mächten zu entziehen.

  Antiobskuranten  

Dies sind magische Gerätschaften, die zur Erkennung und frühzeitigen Warnung vor Schwarzmagiern oder dunkler Magie erfunden wurden.

 

Spickoskop

Dieses auch als Taschenspickoskop zu kaufende Gerät verrät eine Lüge, sobald sie in direkter Umgebung des Spickoskops geäußert wird. Dann wird es rot blinken und wahlweise einen schrillen Ton oder ein unauffälliges Brummen von sich geben.

Besonders exquisite Geräte können auf Geheimnisse jeglicher Art geeicht werden oder auch auf die Wahrnehmung von Dunkler Magie.

Feindglas

Ein spiegelähnliches Gebilde, das die Nähe von Schwarzmagiern anzeigt. Besteht der Verdacht, dass eine Verfolgung von Dunkler Seite besteht, kann dies mit dem Feindglas überprüft werden.

Sind darin diffuse schwarze Schemen zu erkennen, die annähernd menschenförmig sind, ist die Gefahr noch nicht besonders groß. Je näher die Feinde rücken, desto schärfer werden die Umrisse. Sobald das weiße in den Augen zu erkennen ist, sollte höchste Vorsicht gelten – die Gefahr steht unmittelbar vor der Tür.

Speziell zu diesem Antiobskurant gibt es viele skeptische Stimmen, die den tatsächlichen Nutzen in Frage stellen. Ihrer Meinung nach fördert ein Feindglas in höchstem Maße die individuelle Paranoia und gaukelt leicht zu beeinflussenden Zauberern und Hexen eine außergewöhnlich hohe und permanente Bedrohung vor, auch wenn dies gar nicht zutrifft.

Der letzte Test der magischen Handwerksgilde stellt in der Tat fest, dass viele Geräte von minderer Qualität ein konstantes Bedrohungsbild zeigen, unabhängig von den Einflussfaktoren. Es ist also eine ausreichende Beratung durch Fachpersonal notwendig, sollte man sich zur Anschaffung entschließen.

 

Okklumentik

Die magische Kunst, die eigenen Gedanken und Gefühle vor anderen abzuschirmen, ist schwer zu erlernen wenn nicht das entsprechende Talent ausgebildet ist. Doch mit regelmäßigen Meditations- und Visualisierungstechniken können hier leichte Fortschritte erzielt werden.

Wer diese Kunst beherrscht, kann seine wahren Einstellungen und Empfindungen selbst vor denen geheim halten, die ihn mit mächtigen magischen Mitteln zu durchschauen und zu beeinflussen versuchen. Gelingt es, einen Legilimens-Angriff[5] zurück zu weisen, so funktioniert er in umgekehrter Richtung. Diese Fertigkeit wird nicht an Schulen, sondern nur in der Aurorenausbildung, während eines 2-jährigen Intensivkursus, vermittelt.

Amulette

Das Auge des Horus:

Dieses Schutzamulett entspringt der Ägyptischen Mythologie: Seth, der Onkel des Gottes Horus und Bruder von Osiris, riss Horus das Auge aus, als sich beide Rivalen im Kampf um den Thron des Osiris befanden. Thot, der weise Mondgott, brachte es geduldig wieder in Ordnung und heilte es. Deshalb gilt dieses Auge als magisch.

Als Amulett dient es zum Schutz gegen den bösen Blick und vor Unfällen. Außerdem soll es Kraft geben und den Willen stärken. Von ägyptischen Medizinern wurde das Horusauge sogar als Heilzauber verwendet. Die ägyptische Heilergilde vergibt diese Amulette an besonders erfolgreiche Absolventen der Heileraka-demie in Alexandria.

   

Der Drudenfuß:

Auch als Pentagramm oder Alfenfuß bezeichnet, stellt der Drudenfuß in der Heraldik eine gemeine Figur dar. Er ist ein uraltes sternförmiges Schutzzeichen gegen nächtliche Spukgeister, die Druden.

Das Pentagramm steht normalerweise auf zwei Spitzen, bei dem Drudenfuß genannt, weist eine Spitze jedoch nach unten. Der Name stammt vom Glauben, dass Druden, nächtliche Kobolde, einen Fußabdruck hinterlassen, der in etwa dem Pentagramm gleicht. Bisweilen wird im Vogelfuß der Druden der Ursprung der Form des Pentagramms gesehen.

III. Kenne deinen Gegner

„Es gibt keinen größeren Vorteil im Leben als einen Feind, der deine Fehler überschätzt.“

Don Vito Corleone

Der erste Schritt zum Schutze gegen dunkle Magie sollte immer die eingehende Betrachtung des Gegenübers beinhalten. Der Feind darf nicht unterschätzt werden, wie schon das vorangegangene Zitat belegt. Wer wachsam durch das Leben geht, wird länger etwas davon haben.

Schwarzmagier erkennt man nicht immer auf den ersten Blick. Denn sie tragen keineswegs rund um die Uhr eine Todessermaske oder reden offen über ihre verachtenswerten Einstellungen. Es ist somit sehr wichtig, sie rechtzeitig zu entlarven.

Die Schlangensprache, Parsel, ist ein Indiz für die dunkle Gesinnung eines Zauberers bzw. einer Hexe. Die Fähigkeit mit Schlangen sprechen zu können, war ein Erkennungszeichen von Salazar Slytherin und seinen Nachfahren. Der letzte bekannte Erbe von Slytherin verstarb zwar 1998[6], doch dass damit die Fähigkeit des Parsel vollständig ausgestorben ist, wurde nie eindeutig bewiesen.

Die Gesinnung eines Menschen erkennt man meist an seinen Taten sehr viel sichtbarer als an seinen Worten. Achten Sie deshalb darauf, ob hier Diskrepanzen zu erkennen sind, die einen Lügner entlarven. Wer von B.Elfe.R in den höchsten Tönen spricht und seine eigenen Hauselfen mit Füßen tritt, kann keine vertrauenswürdige Person sein. Ein Schwarzmagier würde vielleicht von Muggelschutz reden, aber sicher nicht einem Muggel die Hand geben, ohne sich durch ein angeekeltes Gesicht zu verraten.

Die Dunkle Magie ist verführerisch und zieht diejenigen an, die nach Macht streben, nach Gold und Einfluss gieren. Zudem korrumpiert die Anwendung von schwarzer Magie die Seele des Zaubernden. Aura-Leser[7] können Schwarzmagier an den dunkelgrauen bis tiefschwarzen Schlieren in der Aura ausmachen.

   

Hier sehen wir das Denkariumbild einer Hexe, die bereits durch die Anwendung dunkler Magie Schaden an ihrer Aura erlitten hat. Dieses Bild wurde von Dr. Genorius Tatum Brandstätter veröffentlicht, dem Vorsitzenden der Auraleservereinigung Europa (ALE).

Da die Auralesung für die meisten Hexen und Zauberer nicht in Frage kommt, folgen einige Hinweise, wie die Begegnung mit Dunkler Magie verhindert werden kann.

So empfiehlt es sich, von Orten fern zu bleiben, die in dem Ruf stehen, des Öfteren von dunklen Magiern und Hexen aufgesucht zu werden. Hierunter fallen einschlägige Einkaufsstraße wie zum Beispiel die Nokturngasse im magischen Viertel in London oder ähnliche Orte in anderen magischen Einkaufsvierteln. Natürlich dürfen nicht alle Magier oder Hexen, die dort einkaufen, in einen Topf mit Schwarzmagiern geworfen werden, aber wer nicht sehr spezielle Einkäufe zu erledigen hat, wird dort normalerweise nicht viel Zeit verbringen.

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Sie einer/m Dunklen Hexe/Magier begegnen, versuchen Sie auf keinen Fall, sie/ihn alleine zu überführen! Verhalten Sie sich unauffällig und apparieren Sie bei erster Gelegenheit in das Zaubereiministerium, um die Aurorenzentrale zu verständigen.

Ganz sicher kann ein Schwarzmagier überführt werden, wenn er bei der Ausübung von Dunkler Magie beobachtet wird. Im Folgenden finden sich daher einige der bekanntesten Zauber der Dunklen Künste sowie eine Übersicht über die gefährlichsten Zauberwesen, deren zerstörerische Kräfte schon oft von Schwarzmagiern genutzt wurden.

III-a. Die Unverzeihlichen Flüche

Die folgenden Zaubersprüche wurden durch das Zabereiministerium als unverzeihlich eingestuft, da sie als die Schwärzesten gelten, die die Dunklen Künste je hervor gebracht haben. Aber nicht nur dies hat zu der besonderen Klassifizierung geführt. Ihre Anwendung erfordert eine Willensanstrengung von besonderem Maße: Der Zaubernde muss das Ergebnis des Fluchs mit Herz und Seele begrüßen.

Zusätzlich macht der Gebrauch der Zaubersprüche süchtig. Mit jeder weiteren Anwendung verliert der Zaubernde ein Stück von sich. Er gibt es ab, um einer Schwärze Platz zu machen, die mit der Zeit die gesamte Aura des Betreffenden überziehen kann. Das Zaubereiministerium vermehrt daher seine Anstrengungen besonders begabte Aura-Leser für die Aurorenabteilung zu rekrutieren. Ihnen entgeht ein Schwarzmagier nicht, auch wenn seine Verkleidung noch so gut sein sollte.

 

Avada Kedavra

Der Avada Kedavra, oder auch Todesfluch genannt, ist der wohl gefürchtetste Zauberspruch, den die magische Gemeinschaft kennenlernen musste. Ein grell grüner Lichtblitz schießt aus dem Zauberstab und wenn er in den Körper des Opfers einfährt, bewirkt er eine Verschiebung der Aura. Dies führt zum sofortigen Tode.

Rein physisch ist kein Schaden am Leichnam festzustellen. Mehrfach bemerktem Muggelmedien über solche Fälle, dass es den Anschein erwecke, als wären die Opfer an einem fürchterlichen Schreck gestorben.

Der berühmte Heiler des St. Mungo Hospitals für magische Verletzungen, Herr Bartemius Sprout, äußerte sich in einer Abhandlung zu dem Thema wie folgt:

„Die Verschiebung der Aura hat die Trennung der physischen und der geistigen Energie zur Folge. Dies löst einen so heftigen taumathurgischen Schock aus, dass alle Funktionen des Körpers schlagartig aussetzen. Es ist daher nicht un-gewöhnlich, auf den Gesichtern von Opfern des Todesfluches einen Ausdruck des schieren Entsetzens festzustellen, den sie bei dem Anblick des auf sie zukommenden Fluches gefühlt haben müssen. Ob der Avada die Todesursache war, kann man nur durch eine magische Obduktion feststellen. Muggelheiler stehen jedesmal vor einem unlösbaren Rätsel, da durch den Fluch keine physischen Wunden geschaffen werden.“

Eine wirkungsvolle und verlässliche Verteidigung gegen den Todesfluch ist mehr als schwierig. Bis vor ein paar Jahren galt sie gar für unmöglich. Doch ein berühmter Fall zeigt, dass es einen Weg geben muss: Harry Potter.[8]

Die Analyse seiner Biographie ergab, dass es – außer eines schnellen Ausweichmanövers – das freiwillige Opfers eines Liebenden braucht, um gegen die Auswirkung des Fluches gewappnet zu sein. An dieser Stelle sei darauf verwiesen, dass ein Opfer eines Liebenden moralisch höchst fragwürdig ist, auch wenn dieses freiwillig geschieht. Außerdem ist dies keine Garantie für eine hundertprozentige Abwehr.

Sollten Sie in die missliche Lage geraten, und sich mit einem Magier oder einer Hexe konfrontiert sehen, der/die fähig ist, diesen verbotenen Fluch auszuführen, ist sofortige Flucht und das Alarmieren der Spezial-Auroreneinheit des Zaubereiministeriums geboten! Auf keinen Fall sollten Sie sich mit diesem Gegner duellieren, wenn Sie nicht wenigstens eine Spezialausbildung in Verteidigung gegen die Dunklen Künste absolviert haben!

Doch auch derjenige sollte sich in Acht nehmen, der je mit dem Gedanken spielen sollte – aus welch fehlgeleiteten Gründen auch immer – diesen Spruch anwenden zu wollen. Nicht nur, dass darauf die sofortige Verbringung nach Nurmengard oder Askaban steht – die Anwendung des Todesfluchs führt zu einer Trennung der Seele. So verliert der Zaubernde immer mehr seiner Selbst, seiner Menschlichkeit, je öfter er tötet. Und dies ist unwiederbringlich!

Crucio

Auch als Folterfluch bezeichnet, bewirkt der Crucio unvorstellbar große Pein für das Opfer. Alle Nervenenden des Körpers werden wellenartig von magischen Reizen überflutet. Die Stärke variiert je nach Willenskraft des Angreifers.

Das Opfer wird jegliche Kontrolle über seinen Körper verlieren. So geht es zunächst zu Boden und windet sich dort schreiend in fürchterlichen Krämpfen.

Jeder Treffer mit dem Folterfluch ist an sich schon fatal genug in seiner schädlichen Wirkung. Sollte der Crucio länger auf dem Opfer lasten, können zudem sehr ernsthafte dauerhafte Schäden entstehen, physische als auch geistige. Wann diese Grenze überschritten wird, ist sowohl abhängig von der magischen, geistigen sowie körperlichen Verfassung des Betroffenen, als auch von der Inensität mit der der Fluch gesprochen wurde.

Traurige Berühmtheit erlangten einige Auroren, die in Folge eines solchen thaumaturgischen Traumatas nie wieder fähig waren zu sprechen und sich kaum ihrer selbst bewusst waren. Ihre letzten Jahre verbringen solche Menschen in der geschlossenen Abteilung für dauerhafte Fluchschäden im St. Mungos Hospital in London, der Berliner Sanité oder einer ähnlichen magischen Heilanstalt.

Die Nervenenden des Opfers sind auch nach dem Ende des Fluchs weiter sosehr gereizt, dass Bewegungen nur unter großen Schmerzen möglich sind.

In seltenen Fällen kann es zu Flashbacks[9] kommen. Hierbei setzt die verminderte Wirkung des Folterfluchs nach unbestimmter Zeit für einen kurzen Augenblick wieder ein. Die Auslöser werden derzeit noch erforscht. Es wurde zumindest festgestellt, dass diese Folter-Flashbacks nur Zauberer oder Hexen betreffen, die einen sehr niedrigen natürlichen Serotoninspiegel aufweisen, mehr als 100 mal mit dem Unverzeihlichen Folterfluch belegt wurden sowie braune Augen haben.

Die Nachwirkungen eines Folterfluchs sind am Besten von erfahrenen Heilern zu behandeln. Zwei Unzen Schmerzstillkonzentrat, Wärme und etwas Schokolade sollten die ersten Hilfemaßnahmen sein. Der oder die Betroffene ist auf jeden Fall so wenig wie möglich zu bewegen.

 

Imperio

Dieser Unverzeihliche Fluch bewirkt eine Gehirnmanipulation des Opfers. So können nicht nur seine Gedanken beeinflusst werden, ebenfalls sind jegliche Taten dem Wunsch des Angreifers unterlegen. Dabei spielt es keine Rolle wie dieser Wunsch aussieht. Wenn der Imperio vollständig wirkt, wird das Opfer sich selbst verletzten, andere Menschen oder Tiere töten, und einfach alles ausführen was ihm der Angreifer per Imperio eingibt, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.

Auch bei diesem Fluch gilt, dass die Effektivität abhängig ist von der Willenskraft des Angreifers. Aber anders als beim Todesfluch oder dem Crucio spielt die geistige Stärke des Opfers eine zentrale Rolle.

Gegen den Imperio kann man Abwehrstrategien einsetzen. Durch regelmäßiges Okklumentik-Training kann zum Beispiel die geistige Willenskraft gestärkt werden. Somit wird die Hürde für den Angreifer erhöht, er wird nicht mehr so schnell die vollständige Kontrolle über das Opfer erlangen.

Wenn dieser Fluch trifft, verspürt breitet sich im Kopf des Opfers eine Leere und Unbeschwertheit aus, die einstweilig angenehm zu nennen ist. Menschen, die sich von vielen Entscheidungen überfordert fühlen und die Verantwortung für ihre Taten gerne abgeben, sind ein leichtes Ziel für diesen Zauber. Ihnen wird es nicht eigenständig gelingen, sich von ihm zu befreien.

Andere hingegen werden nach einiger Zeit feststellen können, dass das süße Flüstern, welches ihnen sagt was zu tun ist, nicht immer Recht haben muss. Dies ist ein Ansatzpunkt für die Okklumentik. Visualisieren Sie eine Mauer, einen Wirbelsturm, ein Rockkonzert oder einen tückischen Sumpf und stellen die Stimme auf die andere Seite. Lernen Sie zu der Stimme nein zu sagen. Kritische Charaktere, die ihre Umgebung oftmals hinterfragen, sind hier im Vorteil.

Gelingt es, die befehlende Stimme des Angreifers zu verdrängen, werden eigene Handlungen wieder möglich und eventuell gelingt es somit den Angreifer zu vernichten.

Hier ein Beispiel für einen eher harmlosen Angriff durch einen Imperio:

Herbert Janning, Vorsitzender des Zaubergamots von 1996 bis 1998, wollte unter dem Einfluss eines Imperio-Zaubers eine Henne zu seiner Stellvertreterin machen. Zum Glück konnte Herr Janning den Fluch nach einer Woche abschütteln, sein politisches Ansehen war jedoch ruiniert. Man geht weithin davon aus, dass er als Opfer ausersehen wurde, da er der MMG angehört, der Magier Muggel Gemeinschaft, und für eine gerechtere Behandlung von muggelstämmigen Zauberern und Hexen eintritt. Der Täter konnte nicht ermittelt werden.

 

III-b: Gefährliche Magische Wesen

Dementoren

Sie sind große und grauenerregende Wesen, die sich in schwarze Kapuzenumhänge hüllen. Ihre Haut ist fahl ihr aufgedunsener Körper hat Ähnlichkeit mit einer Wasserleiche. Sie verbreiten eine eisige Kälte um sich herum.

Wo die Dementoren sind, vernichten sie alles Glück und alle Hoffnung, denn sie nähren sich davon, bis ihren Opfern nur noch die schlimmsten Erinnerungen und Gefühle bleiben.

Die meisten Gefangenen in Askaban werden verrückt. Das Deutsche Zaubereiministerium hat den Einsatz von Dementoren deutlich herunter geschraubt. Nur noch zwei dieser Wesen verrichten dort Wachdienst einmal in der Woche. Dies soll nach Aussagen des Ministeriums dazu dienen, den Respekt gegenüber den Wärtern zu stärken.

Kaum jemand, der das Gesicht eines Dementors gesehen hat, kann noch darüber berichten, denn sie nehmen ihre Kapuzen nur ab, um ihre schlimmste Waffe einzusetzen: den Kuss. Dabei saugen sie dem Opfer die Seele aus, dies ist zunächst nicht tödlich, aber als leere Hülle ist die Lebenserwartung ohne intensive Pflegemaßnahmen sehr niedrig.

Bei der Bekämpfung dieser Wesen ist der Patronus-Zauber einzusetzen[10] um sie in die Flucht zu schlagen. Wirklich vernichtet werden Dementoren nur mit Dämonenfeuer, dessen Gebrauch hohen Strafen unterliegt. Auch das Abschlagen des Kopfes soll sie angeblich töten, es ist aber bis heute niemand bekannt, der sich so nah an einem Dementoren noch soweit unter Kontrolle hatte.

Nach einem Angriff hilft vor allem ein Riegel Schokolade, um die Negativwirkung zu neutralisieren. Auch Wärme ist ein gutes Mittel, um die eisige Einwirkung zu vergessen.

 ********************************************

Die folgenden beschriebenen Geschöpfe sind durch die Abteilung zur Führung und Aufsicht Magischer Geschöpfe klassifiziert als XXXXX. Dies ist die höchste Einstufung im System des Zaubereiministeriums und bedeutet, dass es sich um Geschöpfe handelt, die als Zauberertöter bekannt sind und unmöglich zu bändigen oder gar abzurichten sind. Es ist deshalb umso wichtiger, die Gefahr auf den ersten Blick zu erkennen und aus dem Weg zu gehen.

Acromantula

Die Acromantula ist eine monströse achtäugige Riesenspinne, die der menschlichen Sprache mächtig ist. Sie hat ihren Ursprung im dichten Dschungel von Borneo. Auffällige Merkmale sind ihr dichtes schwarzes Haar, das den ganzen Leib überwuchert, die bis zu drei Meter langen Beine, die Klauen, die ganz eigentümlich klicken, wenn die Acromantula erregt oder wütend ist, und schließlich ihr giftiges Sekret.

Die Acromantula ist eine Fleischfresserin und bevorzugt große Beutetiere. Ihre Netze spinnt sie als Kuppeln über dem Erdboden. Das Weibchen ist größer als das Männchen und legt in einem Wurf bis zu hundert weiche und weiße Eier, die so gr0ß sind wie Strandbälle. Nach 6 bis 8 Wochen Brutzeit schlüpfen die Jungen. Die Abteilung zur Führung und Aufsicht Magischer Geschöpfe stuft die Eier der Acromantula als „Nicht verkäufliche Güter der Klasse A“ ein, das heißt, Einfuhr oder Verkauf dieser Eier wird mit schweren Strafen geahndet.

Dieses Tierwesen ist vermutlich von Zauberern gezüchtet worden, wahrscheinlich, um Behausungen oder Schätze zu bewachen, wie es bei den auf magische Weise geschaffenen Ungeheuern häufig der Fall ist. Trotz ihrer fast menschen-ähnlichen Intelligenz lässt sich die Acromantula nicht abrichten und stellt eine große Gefahr für Zauberer und Muggel gleichermaßen dar.

Gerüchte, wonach sich eine Kolonie von Acromantulas in Schottland niedergelassen habe, wurden letztendlich bestätigt, als Lord Voldemort eine große Nestgemeinschaft in die Schlacht um Hogwarts führte. Wie viele Tiere dies überlebten und danach wieder in den Verbotenen Wald einzogen, ist unbekannt.

   

Basilisk

Der erste in den Chroniken verzeichnete Basilisk wurde von Herpo dem Üblen gezüchtet, einem griechischen schwarzen Magier und Parsel-mund, der nach vielen Versuchen entdeckte, dass ein Hüh-nerei, das unter dem Bauch einer Kröte ausgebrütet wird, eine gigantische Schlange ge-biert, die außerordentlich ge-fährliche Kräfte besitzt.

Der Basilisk ist eine leuchtend grüne Schlange, die bis zu siebzehn Meter lang werden kann. Der männliche Basilisk hat einen scharlachroten Federbusch auf dem Kopf. Er hat äußerst giftige Zähne, doch sein gefährlichstes Angriffsmittel ist der Blick seiner großen gelben Augen. Wer direkt in diese Augen sieht, fällt auf der Stelle tot um.

Wenn die Nahrungsquellen ausreichen (der Basilisk frisst alle Säugetiere und Vögel und die meisten Reptilien), kann diese Schlange ein sehr hohes Alter erreichen. Der Basilisk Herpos des Üblen soll fast neunhundert Jahre alt geworden sein.

Die Züchtung von Basilisken ist seit dem Mittelalter gesetzlich verboten, doch können derlei Praktiken umstandslos ver-heimlicht werden, indem man das Hühnerei einfach wieder unter der Kröte hervorholt, wenn eine Durchsuchung ansteht. Allerdings sind nur Parselmünder in der Lage, Basilisken zu beherrschen, deshalb sind sie für die meisten schwarzen Magier genauso gefährlich wie für alle anderen.

In ganz Großbritannien wurde denn auch seit gut vierhundert Jahren kein Basilisk gesehen, bis durch mysteriöse Umstände in Hogwarts mehrere Fälle von versteinerten Schülern und Schülerinnen gemeldet wurden. Laut dem Ministerium ist diese Gefahr beseitigt. Doch bleibt die Frage, wie viele Tiere weiterhin außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung auf neue Opfer warten.

   

Chimära

Die Chimära ist ein seltenes griechisches Monster mit einem Löwenkopf, einem Ziegenleib und einem Drachenschwanz. Von heimtückischer und blutrünstiger Natur, ist die Chimära höchst gefährlich. Unseres Wissens ist es bisher nur einem Zauberer gelungen, eine Chimära zu erlegen, und der Unglückliche stürzte kurz danach zu Tode erschöpft von seinem Geflügelten Pferd und starb. Chimära-Eier gelten als Nicht verkäufliche Güter der Klasse A.

   

Drache

Das wohl gefährlichste aller magischen Tierwesen ist zugleich äußerst schwer zu verbergen. Das Drachenweibchen ist im Allgemeinen größer und angriffslustiger als das Männchen (vor allem in der Brutzeit), doch ist bei beiden größte Vorsicht geboten, und nur sehr geschickte und entsprechend aus-gebildete Zauberer sollten sich einem Drachen nähern. Haut, Blut, Herz, Leber und Gehörn der Drachen besitzen immense magische Kräfte, und Dracheneier gelten als Nicht verkäufliche Güter der Klasse A.

   

Es gibt zehn Drachenrassen, die sich bekanntlich manchmal auch kreuzen und seltene Mischlinge hervorbringen. Hier seien die reinrassigen Drachen genannt:

Antipodisches Opalauge:

Von mittlerer Größe, schillernde, perlmuttartige Schuppen und buntfarbene, pupillenlose Augen, von denen er seinen Namen hat. Im Vergleich mit anderen Drachen ist er nicht besonders aggressiv und tötet selten, wenn er nicht hungrig ist.

Chinesischer Feuerball:

Scharlachrot und glattschuppig, um sein Gesicht mit der gedrungenen Schnauze und den stark hervortretenden Augen windet sich ein Kranz aus goldenen Stacheln. Er ist angriffs-lustig und frisst die meisten Säugetiere, zieht jedoch Schweine und Menschen vor.

Gemeiner Walisischer Grünling:

Grüne Schuppen, erdbraune Augen mit grünen Sprenkeln, leicht zu erkennen an seinem melodiösen Brüllen. Er frisst überwiegend Schafe und meidet Menschen aus eigenem An-trieb, sofern er nicht gereizt wird.

Norwegischer Stachelbuckel:

Pechschwarzer Stachelkamm auf dem Rücken. Sehr aggressiv gegenüber Artgenossen und greift die meisten Arten von Landsäugetieren an und ernährt sich auch ungewöhnlicher Weise von Wassertieren. Die Jungen erlernen besonderes früh das Feuerspeien.

Peruanischer Viperzahn:

Besonders kleine Drachenart (ca. 5 Meter lang), schnellster Flieger. Glattschuppig und kupferfarben mit schwarzer Kamm-Musterung, kurze Hörner, besonders giftige Fangzähne. Er ernährt sich von Ziehen, Kühen, hat jedoch eine solche Vorliebe für Menschen, dass die Internationale Zauberervereinigung im 19. Jh. Gezwungen war, Jäger auszuschicken, um die alar-mierend schnell wachsende Viperzahn-Population einzudäm-men.

Schwarzer Hebride:

Bis zu zehn Meter lang und rauschuppig, hat der Schwarze Hebride leuchtend purpurrote Augen und eine flache, doch rasiermesserscharfe Kammlinie auf dem Rücken. Sein Schwanz läuft in einem pfeilscharfen Stachel aus und die Flügel ähneln denen einer Fledermaus. Er ernährt sich überwiegend von Wild, großen Hunden und sogar Rinder. Er ist weitaus aggressiver als der Walisische Grünling.

Schwedischer Kurzschnäuzler:

Silbrig blaue Schuppen, stößt eine blaue Flamme aus von enormer Hitze. Er bevorzugt wilde und unbewohnte Bergregionen, aber dennoch ist er für Menschen eine enorme Gefahr, sollten sie sich in seine Reichweite begeben.

Ukrainischer Eisenbauch:

Die größte Drachenrasse wird bis zu 6 Tonnen schwer, von rundlicher Gestalt und langsamer als der Viperzahn oder das Langhorn. Er hat metallgraue Schuppen, tiefrote Augen und besonders lange und gefährliche Klauen.

Ungarischer Hornschwanz:

Gilt als gefährlichste Drachenrasse, hat schwarze Schuppen, gelbe Augen, bronzene Hörner und ebensolche Stacheln, die aus seinem langen Schwanz ragen. Seine Speiweite ist heraus-ragend. Er ernährt sich von Ziegen, Schafen und auch von Menschen.

Letifold

Der Letifold ist eine zum Glück seltene Kreatur, die nur in tropischen Klimazonen vorkommt. Er ähnelt einem schwarzen Umhang von knapp anderthalb Zentimeter Dicke (mehr, wenn er gerade ein Opfer getötet und verdaut hat), der des Nachts über den Boden schwebt. Die früheste überlieferte Beschreibung eines Letifolds stammt aus der Feder des Zauberers Flavius Belby, der im Jahre 1782 während seiner Ferien in Papua-Neuginiea das Glück hatte, einen Letifold-Angriff zu überleben.

Wie Belby aufzeigt, ist der Patronus der einzige bekannte Zauber, der den Letifold abwehrt. Da er zumeist Schlafende überfällt, haben seine Opfer allerdings kaum die Gelegenheit, noch irgendwelche Zauber gegen ihn aufzubieten. Hat der Letifold sein Opfer erstickt, verdaut er die Beute unverzüglich noch im Bett. Etwas dicker und fetter geworden, verlässt er dann das Haus, ohne eine Spur von sich oder dem Opfer zu hinterlassen.

Mantikor

Der Mantikor ist ein hochgefährliches griechisches Tierwesen mit dem Kopf eines Mannes, dem Körper eines Löwen und dem Schwanz eines Skorpions. Gefährlich wie die Chimära und ebenso selten, summt er bekanntlich leise und schmachtend, während er seine Beute verschlingt. Die Haut des Mantikors lässt fast alle bekannten Zauber abprallen und der Stick führt zum sofortigen Tod.

   

Nundu

Dieses ostafrikanische Tierwesen ist wohl das gefährlichste der Welt. Es ist ein gigantischer Leopard, der sich trotz seiner Größe lautlos bewegt und dessen Atem ansteckende Krankheiten verursacht, die ganzen Dörfern den Tod bringen. Noch nie wurde ein Nundu von weniger als hundert gemeinsam vor-gehenden Zauberern überwältigt.

Quintaped

(auch Hairy MacBoon genannt)

Der Quintaped ist ein höchst gefährlicher Fleischfresser mit einer besonderen Vor-liebe für Menschen. Sein gedrungener Leib ist mit dichtem, rotbraunem Haar bewachsen, wie auch seine fünf Beine, die jeweils in einem Klumpfuß enden. Den Quintaped findet man nur auf der Insel Drear vor der äußersten Nordspitze Schottlands. Aus diesem Grund wurde Drear unortbar gemacht.

   

Werwolf

Der Werwolf ist weltweit verbreitet, doch vermutet man, dass er seinen Ursprung in Nordeuropa hat. Menschen verwandeln sich nur dann in Werwölfe, wenn sie von einem gebissen wurden. Ein Heilmittel dagegen ist nicht bekannt, doch die jüngsten Entwicklungen in der Zaubertrankherstellung können die schlimmsten Symptome weitgehend lindern. Einmal im Monat, bei Vollmond, verwandelt sich der ansonsten gesunde und normale Zauberer oder Muggel in eine mordende Bestie. Der Werwolf sucht fast als einziges der phantastischen Geschöpfe zielstrebig und ausschließlich menschliche Beute, wenn er sich in seiner Wolfform befindet, in der er nicht länger menschlicher Logik zugänglich ist.

   

Wenn in der Woche vor dem Vollmond der Wolfsbanntrank eingenommen wird, ist der Werwolf nicht mehr so gefährlich wie sonst. Sein menschlicher Verstand, seine Logik und seine menschlichen Gefühle bleiben so erhalten und unterliegen nicht dem wölfischen Instinkt, wie es sonst der Fall wäre.


[1]Groß geschriebene Silben zeigen die Betonung derselben an.

[2] Für einen ausführlichen Überblick über die Wirkung und Herstellung von Zaubertränken im Allgemeinen empfehle ich Ihnen die Lehrbücher „Zaubertränke – Lehrreiches für Anfänger“ und „Der Weg zum Tränkemeister“ von Prof. Valerie Mandragora.

[3] Natürlich kann der Wolfsbanntrank einen Werwolf nicht wieder in einen Menschen zurückverwandeln, aber er sorgt dafür (unter anderem dank der Alraune als Zutat), dass er den menschlichen Verstand annähernd behält, wenn er bei Vollmond in seine Wolfsform wechselt.

[4] Die Ausnahmen werde ich hier aus sicherheitstechnischer Verantwortung nicht nennen.

[5] Die Kunst der Legilimentik, also in die Gedanken anderer Menschen einzudringen, ist ein sehr seltenes Talent und wird in Hogwarts und anderen Zauberakademien nicht geschult, da diese Fähigkeit sehr leicht unverantwortlich gegen andere eingesetzt werden kann.

[6] Nachzulesen in „Aufstieg und Niedergang der Dunklen Künste, Band II“ von Mathilda Gertrud Botticcelli, 2004

[7] Leider sind begabte Aura-Leser äußerst selten. Wer entsprechend talentiert ist, möge sich bitte bei der Auroren-Zentrale des Ministeriums bewerben.

[8]     Seine Geschichte ist im Detail nachzulesen in seiner Biographiereihe 1-7, erschienen bei Carlsen 2000 bis 2008.

[9] Wie auch von einigen psychothaumaturgativen Giften bekannt.

[10] Siehe weiter oben bei den Defensiv-Zaubersprüchen.