Bericht einer Spielerin: Viel zu früh für einen Samstag hat Alex mich auf seiner Fahrt nach Rotenburg aufgesammelt. Trotz der ersten Winteranzeichen verlief die Fahrt gut. Gegen Dreiviertel 12 kamen wir beim Kreisjugendhof an und wurden sofort eingespannt, die noch relativ leere Große Halle und die Bibliothek herzurichten. Zwischendurch fanden wir Zeit, unser Gepäck in einem noch freien Zimmer zu verstauen und Cathrin, Britta, Marleen und Markus zu begrüßen. Langsam aber sicher nahmen die beiden Festtagsräume dekorative Gestalt an. Tische und Stühle wurden aufgestellt, das Buffet aufgebaut, jede Menge Banner und Bilder aufgehängt. Je mehr Leute ankamen und mithalfen, desto schneller war das Buffet gedeckt (und desto mehr wurde davon bereits genascht) und desto schneller waren die Tische dekoriert. Am Nachmittag, als auch die letzten Teilnehmer eingeflogen waren, begann das Time-In. Es gab einige Schüler, die gerne Quidditch spielen wollten, also setzte Sean um 16 Uhr ein Training an. Jedoch ließ das noch ein wenig auf sich warten, weil Sean erst einmal das Quidditch-Feld suchen musste, das sich nicht dort befand, wo wir bei der JWA 4 gespielt hatten. Schließlich hatten sich alle Spieler und alle Zuschauer/Klatscherwerfer eingefunden. Da es zu wenig Spieler und keine Torringe gab, musste ein wenig improvisiert werden. Die Treiber und Torhüter waren zugleich die Jäger, der Schnatz wurde ignoriert, die Torringe wurden durch drei kleine Dosen ersetzt und entsprechend ihrer Größe und ihrer bodennahen Lage gut von den Torhütern gedeckt. Obwohl die Zuschauer auch als Klatscherwerfer fungierten, froren sie deutlich mehr als wir Spieler. Vielleicht war das der Grund, warum sie noch deutlich mehr Bälle aus dem Ballsack befreiten und uns damit bewarfen, sodass irgendwann ein Spiel auf dem Besen kaum mehr möglich wurde und die zusätzlichen Bälle wieder verschwinden mussten. Auch Aleksi, der Quidditch noch nicht kannte, fand seinen Spaß daran und bewährte sich. Ich freue mich auf ein gutes Spiel der JWA Allstars mit ihm bei der Meisterschaft :) Nachdem die Spieler warm geworden und die Zuschauer erfroren waren, beschlossen wir, uns zum Wichteln in der Großen Halle zu versammeln. Das erst entstandene Sitzei wurde zu einem Sitzkreis umgeformt, der rote Sack mit den letzten Wichtelgeschenken gefüllt und in die Mitte gelegt. Marleen bastelte fix einen vierseitigen Würfel (ja, das geht, wenn man den Zauberspruch kennt ;)) und erklärte die Spielregeln. Wir haben eine Weile gebraucht, bis wir sie im Kopf hatten, aber unsere liebe SL hat uns ja immer wieder auf die Sprünge geholfen. Je nachdem, welche Augenanzahl oder ob eine leere Seite gewürfelt wurde, musste man ein Geschenk aus dem Sack nehmen, es mit jemandem tauschen, zurück in den Sack tun oder alle mussten ihr Geschenk eins weiter nach links oder nach rechts geben, sofern sie ein Geschenk in der Hand hielten. Es war ein ewiges Hin und Her und die großen und schweren Geschenke und jenes, dessen Verpackung auseinanderfiel, weshalb Marleen es mit reichlich Tesa-Film umwickelte, waren die begehrtesten. Als endlich jeder ein Geschenk hatte (weiß jemand, wie lange wir gespielt haben? Ich tendiere zu einer Stunde ...), durfte man beim Würfeln einer 1 oder 6 auspacken. Die Glücklichen „Gewinner“ stiegen aus dem Spiel aus, nicht dass sie ihr Wichtelgeschenk wieder hätten weitergeben oder tauschen müssen. Auf diese Weise, da die SL ständig die Spielregeln zugunsten einer etwas verkürzten Spielzeit änderten, durfte jeder früher oder später sein Geschenk auspacken und begutachten. Danach ging es reihum daran, seinen Wichtel zu erraten. Manche taten sich dabei sehr leicht, andere wiederum sehr schwer. Ich jedenfalls habe mich über meine Wunderkerzen und mein Bleigießer-Set sehr gefreut :) Nach dem Wichteln ging es ans Umziehen, Stylen, Duschen, Haare waschen, Schminken, Kämmen, die Krise kriegen, noch mal von vorne anfangen ... kurzum: Ans Anlegen der Festtagskleidung und ans hübsch aussehen. Dies ist uns allen auch hervorragend gelungen, wie man schon beim Dinner, womit die Feierlichkeiten offiziell eröffnet waren, sehen konnte. Die Kleider der Schülerinnen waren zum Teil wirklich atemberaubend. Vor allem Mias dunkelrotes Kleid stahl allen anderen die Show. Auch fast alle Herren waren festlich gekleidet. Jerome hat sich wohl mit männlichen Haushaltszauberkünsten an seinem Festumhang und seiner Krawatte versucht. (Sollte man einen Haushaltszauber-Unterricht in der JWA einführen?) Die Theatergruppe, die Summerbees, stürmten mit den JWA-Schülern zusammen das Buffet und hinterließen ein chaotisches ... äh, geordnetes Chaos. Bei manchen der von den Hauselfen toll zubereiteten Gerichte mussten wir allerdings erst einmal raten, um was genau es sich da eigentlich handelte. Nachdem die Mägen gut gefüllt waren, standen alle auf, um gemeinsam die Schulhymne zu singen. Leider hat Sean neben mir so falsch gesungen, dass ich ständig aus der Melodie und vom Text abkam. Vielleicht war das eine Wirkung des Liebesrankes, den er unwissentlich getrunken hatte. Prof. Schindhold mühte sich, ihren ihr auf Knien folgenden Verehrer abzuschütteln. Dennoch eröffnete sie mit Sean den Tanz mit einem Walzer, den Prof. Rosenzweig mit Jerome und Prof. Gutkind mit Aleksi als Tanzpartner ebenfalls zum Besten gaben ... mehr oder weniger, je nach Tanzkunst des Paares ;) Langsam füllte sich die Tanzfläche auch mit anderen Tänzern. Ich musste, weil Sean es für unmöglich hielt, dass Theodora schon auf ihrem Abiball tänzerisch versagt hatte, ebenfalls die Walzerschritte lernen. Deutlich besser habe ich jedoch mit Philine getanzt und mich dabei auch noch sehr gut mit ihr unterhalten. Im Laufe des Abends fiel Prof. Schindhold einem der Krapfen zum Opfer, die mit einem Haarsträubetrank gefüllt waren. So färbten sich ihre Haare hellblau und schrumpften auf eine schulterlange Länge zusammen. Wie sich später herausstellte, fand sie die Farbe Blau jedoch gar nicht so negativ. Sean machte den Fehler, den halben Krapfen von Prof. Schindhold anzunehmen und zu kosten und seine Haare veränderten sich ebenfalls ... sie wurden länger und länger und färbten sich rosarot. Diese Farbe und der Liebestrank müssen eine nahezu alkoholische Wirkung auf ihn gehabt haben. Er tanzte wie wild und brachte jeden mit seinem Gesichtsausdruck und seiner wirren Kopfbedeckung so sehr zum Lachen, dass ein weiterer Walzer unmöglich war. Dann degradierte er sich selbst zum Hauselfen. Vielleicht war es sich seines Glückes gar nicht bewusst, dass niemand eine Socke für ihn übrig hatte. Maria war natürlich auch nicht untätig gewesen. Sie weigerte sich, den Pokal rauszurücken. Stattdessen fanden sich auf einmal Bücher aus der Verbotenen Abteilung in der Bibliothek. Natürlich strömten die neugierigen Schüler in die Bibliothek und näherten sich den gefährlichen Büchern. Mit haarsträubenden Folgen: Mehrere Schüler litten unter Halluzinationen. Auch Theodora traf es, sodass sie irgendwann schreiend aus der Großen Halle rannte, weil diese nur noch von Schlangen bevölkert war. Prof. Rosenzweig und Prof. Gutkind folgten ihr. Mit Prof. Gutkinds Vorschlag, jede Schlange mit einem speziellen Spruch wegzuzaubern, war Theodora gar nicht zufrieden, denn dann hätte sie gut 300 Schlangen einzeln eliminieren müssen. Also verpasste Prof. Gutkind Theodora einen Aufmunterungszauber mit dem Ergebnis, dass Theodora zurück in die Große Halle ging und bauchtanzende Schlangen sah. Dennoch wird Theodora seit diesem Tag Angst vor Schlangen und schlangenähnlichen Tieren haben (also Echsen, Blindschleichen etc.).* Bevor Maria sich erbarmte, den Hauspokalgewinner bekannt zu geben (sie hat da nämlich auch ein kleines großes Wörtchen mitzureden), erschien auf der Bühne ein Tisch mit mehreren Flaschen, Zahlen, Zaubertranknamen und einer Schriftrolle. Seans Stimme kam gegen den Lärm der Musik und der Leute nicht an, doch Liis stellte sich als hervorragende und laute Vorleserin heraus. Sie las das Rätsel laut und immer wieder geduldig vor. Die Flaschen waren den Zahlen zuzuordnen, die Zaubertranknamen den Flaschen. Wir brauchten eine Weile, bis wir eine Lösung gefunden hatten. Leider sah Maria das anders und stellte alle Flaschen wieder in die Mitte. Zusätzlich zu den Fenstern verschwanden nun auch die Türen und wir waren in der Großen Halle eingeschlossen. Witzigerweise hatten das manche feiernde Partygäste überhaupt nicht mitbekommen. Also rätselten wir noch mal von vorne. Aleksi schrieb unsere bisherigen Erkenntnisse (dummerweise mit Theodoras Füller, dessen magische Tinte unberechenbar ist ...) auf und nachdem wir erfuhren, was mit „rechts“ gemeint war, ordneten wir beim zweiten Versuch die Flaschen und die Zaubertranknamen richtig zu. Die Türen und Fenster kamen schlagartig wieder zum Vorschein und so konnten wir das kleine Feuerwerk draußen vor der Villa sehen. Es sprühte grüne Funken, was vermuten ließ, dass Slytherin den Hauspokal gewinnen würde. Es kam jedoch anders: Der Pokal war blau und der Jubel der Ravenclaws entsprechend groß. Auch Prof. Schindhold jubelte, sie hatte ja jetzt blaue Haare. Die blaue VS und vermutlich selbst ernannte Miss Quidditch Anascrya nahm den Pokal entgegen und hütete ihn wie ihr kleines Krönchen. Später am Abend bekamen wir sogar noch Besuch von Keks und Henriette. Immer mehr Leute setzten sich auf die Bühne oder davor und unterhielten sich; die Müdigkeit machte sich breit. Das passte Sean überhaupt nicht, daher baute er mit Anascrya auf der Tanzfläche einen Stuhlkreis auf. Nach und nach machten alle beim Spiel „Mein linker, linker Platz ist frei“ mit, wobei es so manches Mal zur Verwechslung von rechts und links kam. Die Geister brachten zusätzlich Verwirrung und Spaß in das Spiel. Als sich jedoch auch diese Spielrunde gegen Mitternacht auflöste, verzogen sich Jose, Mia, Sean und ich in die Bibliothek und gaben Karaoke-Lieder zum besten. Der Rest verkrümelte sich entweder langsam ins Bett oder spielte „Tat oder Wahrheit“ im Sitzkreis. Zwischendurch bekamen wir Besuch von Prof. Schindhold, die zwei Zeilen des aktuell gespielten Karaoke-Liedes mitsingen musste. Sie und Philine leisteten uns zu noch späterer Stunde noch Gesellschaft und sangen begeistert mit. Um halb 5 gingen wir Sängerinnen und Sean als letztes ins Bett. Ich half Mia noch dabei, sich aus ihrem Kleid zu befreien, und fiel dann wie alle anderen todmüde in die Kissen. Es war ein Geschenk des Himmels ... Quatsch, der SL, dass das Frühstück erst um 10 Uhr angesetzt war. So wurde munter gespeist und sich OT gut unterhalten, bevor es ans Packen, Putzen und Aufräumen ging. Ich und vermutlich auch die anderen fleißigen Helferleins haben erst festgestellt, wie groß die Große Halle tatsächlich ist, als wir sie sauber gemacht haben. Während der Aufräumarbeiten mussten immer mehr Leute aufbrechen und so gab es viele herzliche Abschiede, bis auch die SL, Markus, Silvia, Alex und ich den Kreisjugendhof verließen und uns in einem McDonald’s aufwärmten und stärkten. Dann war es auch für Alex und mich Zeit, sich endgültig zu verabschieden. Trotz des Schnees kamen wir gut zu Hause an. Und nun freuen wir uns auf die Party bei Liz! Meine persönlichen Höhepunkte bei der Party waren: Als Keks den MMM aufforderte, nicht noch ein geisterdiskriminierendes Lied zu spielen und daraufhin „Ghostbusters“ durch die Große Halle schallte :D Und außerdem war Aleksi als Mister Quidditch einfach göttlich! Vielen lieben Dank an die SL, für die Idee der Feier, für die Umsetzung, für das Rätsel und die tolle Organisation. Die Party hat mir zu jedem Zeitpunkt sehr viel Spaß gemacht (ein Wunder bei mir) und ich hätte nichts dagegen, wenn ab jetzt öfters Hauspokale verliehen werden ;-) Ein großes Lob an euch! Außerdem vielen Dank an Markus für die musikalische Unterhaltung. Meinen persönlichen Höhepunkt hat sie mit den Economy-Liedern der Ärzte erreicht :) Und danke für die Karaoke-Aktion. Ich habe meinen Spaß am Karaoke entdeckt, was ich vorher für unmöglich gehalten habe. Habt ihr gut gemacht :) * Theodora hat diese Angst, weil ich sie auch habe und schon bei der JWA 4 einer Blindschleiche über den Weg gelaufen bin. Bitte ärgert Theodora niemals mit Schlangen oder ähnlichem, denn ihre Angst wird nicht gespielt, sondern meine reale Angst sein.